Werwölfe

 

Die Angst vor Werwölfen
 


Um das ganze Ausmaß der Furcht vor Werwölfen zu verstehen, muss man sich die entsetzliche Bedrohung vor Augen halten, die in Europa vor dem 20. Jahrhundert von den normalen Wölfen ausging.
In Europa und Asien galt der Wolf als das Tier, das dem Menschen am gefährlichsten werden konnte.
Ein einziger Wolf löste eine Massenpanik aus. Wolfsrudeln waren noch mehr gefürchtet.
In Frankreich setzte man zur Zeit Karls des Großen (768 bis 814 n. Chr.) spezielle Regierungsmaßnahmen zur Wolfsbekämpfung ein, die bis in unsere heutigen Zeit beibehalten wurde.
Während des Bürgerkriegs zwischen den Anhängern des Grafen von Armagnac und denen des Fürsten von Burgund im Jahr 1439 wagten sich hungrige Wölfe mitten in die Hauptstadt und fraßen 14 Menschen.
Das waren allerdings gewöhnliche Wölfe.



Nach Cromwells Feldzug 1649 in Irland waren Wölfe zu einem derart bedrohlichen Problem geworden, dass man für jeden Toten Wolf ein Kopfgeld von fünf Pfund aussetzte - die selbe fürstliche Summe, die auch für katholische Priester gezahlt wurde.
Tollwütige Wölfe waren noch schlimmer. Ein einziger Biss dieser furchtlosen und wahnsinnigen Tiere genügte um einen langsamen und qualvollen Tod auszulösen.


Die Angst vor Werwölfen kommt auch in dem Märchen “Rotkäppchen” zum Ausdruck
Es ist also nicht verwunderlich, dass die Wölfe in Europa keinen guten Ruf genossen. Die Furcht vor diesen Tieren hat in verschiedenen Gegenden und Kulturen zahlreiche Ausprägungen gefunden.


Klassischer Werwolf in dem alten Horrorfilm "Wolfman"
So langsam wird klar:
Wölfe galten als ebenso schlaue wie bösartige Tiere.
Das brachte ihnen den Ruf ein, selbst beinahe menschlich zu sein.
In ihnen manifestierten sich einige unserer schlimmsten Ängste vor verdrängten tierischen Instinkten.

 

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