Die Katakomben von Paris

 

Im 13. Jahrhundert war der Bedarf an Kirchen, Herrenhäuser und Paläste sehr groß.
Der benötigte Kalkstein (Baumaterial) fand sich direkt unter der Stadt. So entstanden die 330 km langen, unterirdischen Gänge unter den Straßen von Paris.


- Die Tour zu den Katakomben -
Wenn man durch den Eingang läuft, führt eine lange spiralförmige Treppe nach unten in eine kleine Galerie und dann weiter zu einem langen dunklen Gang. Dieser führt zu einer Verzweigung. Links ist der Durchgang der zum Labyrinth und zu den Felssteinbrüchen führt, welche sich beinahe 300 Kilometer unterhalb von Paris ausdehnen. Diese Steinbrüche sind schon seit der Römerzeit in Gebrauch. Rechts geht es zu dem berühmten Friedhof.

 


Dann steht man vor diesem großartigen Eingang des "Denfert-Rochereaux".
Hier tief unter den Straßen von Paris, in der stillen und feuchten Dunkelheit, liegen etwa sieben Millionen tote Pariser. Ihre Skelette sind exhumiert. Sie wurden hier umgebettet, da der Leichengestank in den Friedhöfen nach der Pestzeit nicht mehr erträglich war. So liegen sie nun, ordentlich gestapelt und ausgerichtet an der Mauer - nahezu einen Kilometer lang.

 

 

Der Anblick ist gigantisch! Wände voller gestapelter Knochen und Totenschädel in Massen - irgendwie symmetrisch. Ein guter Kontrast zu den eigentlichen Katakomben, die man später kennen lernt. Die meisten der Besucher sind keine französischen Touristen und haben daher keine Ahnung, womit sie hier unten konfrontiert werden. Man findet hier zahlreiche Schilder mit tiefsinniger Bedeutung.


(Vers ist sinngemäß ins Deutsche übersetzt. Original in Französisch!)


Einige der Knochenhaufen wirken regelmäßiger als andere. Vielen Schädeln fehlen die restlichen Gebeine, und wie es scheint, fehlen allen die Zähne und die unteren Kieferknochen. Das Aufbaumuster ist überall ähnlich: ganz unten befinden sich die Schenkelbeinknochen und oben die Schädel. Höhe ca. 75 cm vom Fußboden.



Etwas tiefer im Gewölbe befindet sich das Grab von Gilbert und dahinter die Überreste der
Toten von "Hotel de Brienne" und von "Rue Meslee". Sie wurden am 28. und
29. August 1788 hier beigesetzt.

Plötzlich endet der Flur, man steht vor einem Gang und blickt in einen langen Tunnel. Diese Bereiche sind mit einer Schicht flüssigem Beton verstärkt worden. Diese Maßnahme soll die Katakomben vor einem Durchbruch schützen. Heutzutage werden gefährliche Stellen regelmäßig mit Beton eingespritzt und verstärkt. Und an gewissen Stellen oberhalb der Steinbrüche bekommt man wegen der Einsturzgefahr keine Baugenehmigung.

 


 

- Eine Reiseführung in die Kreidehöhlen -
Der Eingang ist durch einen Fels blockiert, lediglich ein kleiner Spalt ist zu sehen. Zum Glück gibt es eine Leiter. Die gewölbten Decken sind atemberaubend. Die Gänge sind breit genug, so dass 5 Leute nebeneinander laufen können. Es gibt mehr Höhlen als Tunnels. Wenn man hier einen Schrei raus lässt, wird man kein Echo hören. Die Kreidewände scheinen die Töne regelrecht einzusaugen. Man muss beim Gehen Acht geben. Hin und wieder tauchen plötzlich Spalten oder bodenlose Gruben auf. Es gibt da unten keine Führungsleisten oder Markierungen.

In einer Sackgasse steht eine gebrechliche Leiter. Sie führt aufwärts, entlang der zerbröckelnden Mauer zu einem "Kaninchenloch" an der Decke. Man muss sich durchzwängen. Sicherlich kein Ort für Leute mit Platzangst! Aber dann wird man belohnt! Es gibt dahinter einen Balkon, der einen Blick von oben auf das Tunnelsystem ermöglicht. Wenn man dann die Taschenlampen wegdreht, sieht man nichts! Totale Schwärze und Stille! Faszinierend!



- Es spukt -
Hier unter den Straßen von Paris finden nicht nur Partys statt. Vor allem tummelt sich hier
merkwürdiges Gesindel: Penner, Drogensüchtige, Dealer und sogar Satanisten: Anscheinend werden hier unten regelmäßig schwarze Messen zelebriert. Wen wundert´s? Das Ambiente schreit ja geradezu danach!

Experten glauben, dass Stimmungen in Form von Energie, für eine lange Zeit an einem Ort
gespeichert werden können - die dann irgendwann, durch irgendeinen Umstand plötzlich freigesetzt werden. Vor allem Kalkstein soll für diese Art von Energiespeicherung bekannt sein. Und wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort ist, kann man selbst hier unten Stimmen aus der Vergangenheit vernehmen.


© Harald A. Jahn / www. viennaslide.com

Eine wahre Begebenheit
erzählt von einem Touristen, der im Jahre 1993 bei der Besichtigung der Katakomben
seltsames erlebt hat:

"Dann standen wir vor diesem beeindruckenden Berg voller aufgetürmter Skelette,
als unser Führer die Bemerkung äußerte, die Knochen bitte nicht zu berühren. Aber davon ließ sich ein dummer junger Tourist nicht abhalten. Er musste unbedingt einen aus dem Stapel aufheben und ihn durch die Gegend werfen. Das hat wohl den Besitzer des Skelettes verärgert, denn es bildete sich plötzlich ein blauer Nebel vor mir und schien die Form einer Gestalt anzunehmen. Er kam doch tatsächlich auf mich zu! Ich ließ einen Schrei raus. Dann weiss ich nur noch, dass ich mich bemühte irgendwo einen festen Halt zu bekommen und als ich mich dann umsah, war das einzige was ich sah ein Nebel. Glücklicherweise war eine Kollegin mit dabei gewesen und hatte das alles wohl auch gesehen. Ich sah es an ihrem offenen Mund. Ich dachte, jetzt würde sie völlig ausflippen, doch stattdessen meinte sie: "Hast du DAS gesehen?" Ich sagte: "Ja cool, nicht?"


Die Erscheinung befand sich knappe drei Fuß von mir entfernt und fing an sich aufzulösen und seine menschliche Form zu verlieren. Die ganze Sache machte mir dermaßen zu schaffen, dass ich es wirklich mit der Angst bekam. Eigentlich glaubte ich an keinen Geist, selbst wenn er verdammt groß war und stank wie Hölle! Ich machte einen Schritt nach vorne und erklärte diesem Geist laut und deutlich, dass nicht ICH es gewesen war, der seinen Schädel um die Gegend geworfen hatte. Ich zeigte in die Richtung des Jungen, der aber mittlerweile schon weitergegangen war. Der Geist entfernte sich mit einem Windzug. Pam und ich hatten keine Kraft mehr hinterher zu gehen, um zu sehen was er mit diesem dummen Jungen wohl jetzt anstellen würde. Man konnte darauf wetten. Es dauerte nicht lange und wir hörten einen Schrei. Dann sahen wir den Knaben die Treppen hinauf zum Ausgang flitzen. Ich hob den Schädel wieder auf und legte ihn an seinen ursprünglichen Platz zurück. Die blaue Erscheinung folgte mir bis zur Wand und verschwand dann langsam.

Übrig blieb der Geruch von Sandelholz zurück - der Rasierwasserduft des Mannes
aus dem 18. Jahrhundert."

Es geht ein Gerücht um, dass die Knochen verflucht sind - sollte man es überhaupt schaffen
welche rauszuschmuggeln!
Und wenn man die Katakomben verlässt, wird es einem irgendwie heiß, die Helligkeit blendet und man fühlt sich zudem schmutzig und verdorben.
Vielleicht ein Vorgeschmack dessen, was irgendwann auf einen zukommen wird?

 


Wer sich für die Tunnelanlagen von Paris interessiert, wird beim googeln fündig. Mittlerweile gibt es tolle deutschsprachige Internetseiten die sich mit diesem Thema befassen!

Noch ein letzter Hinweis: Große Teile der Tunnelanlagen sind für die Besucher wegen der Einsturzgefahr gesperrt. Das Betreten der Bereiche ist daher strengstens verboten!

 

 

 

 

 

 

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Texte und Fotos: Satene (Team-GespensterWeb ) / © GespensterWeb - 2005