Seit der Zweimaster Mary Celeste am 5. November 1872 von New York in Richtung Genua losgesegelt war und einen Monat später von Mannschaft der englischen Brigg
"Dei Gratia" verlassen zwischen den Azoren und der portugiesischen Küste treibend entdeckt wurde, hat sein Geheimnis die Gemüter bewegt. Noch mysteriöser wurde es durch die Tatsache, dass das Schiff ohne Mannschaft und führerlos mehr als 500 Meilen auf dem vorgesehenen Kurs geblieben war  - trotz unruhiger See, Stürmen und nicht festgemachtem Steuerrad!
 


Kapitän  Benjamin Briggs

Ausgelöst wurde die bis heute nicht verstummte Diskussion vom Vertreter der britischen Admiratiät in Gibraltar, F. Solly Flood,  der in seinem Bericht nach London schrieb: "Die Unversehrtheit und der gute Zustand des Schiffes, der sich bei der Bergung zeigte, waren so merkwürdig, dass ich mich zu einer genauen  Untersuchung gezwungen fühlte."

Mary Celeste war tatsächlich vollkommen intakt. Die Ladung befand sich noch an Bord, unangetastet. Auch sonst sprach einiges für einen jähen unvorbereiteten Aufbruch, nichts aber für eine Katastrophe, die normalerweise Ursache dafür ist, dass ein Schiff aufgegeben wurde. Im Mannschaftsquartier standen die Seekisten der Besatzung. Es gab keinerlei Hinweise darauf, dass die Männer gepackt hatten, um von Bord zu gehen. Vielmehr waren sie offensichtlich in größter Eile irgendwohin geflohen, da sie nicht nur der Inhalt ihrer Seekisten zurückgelassen hatten, sondern auch ihre Gummistiefel, Pfeifen und viele andere persönliche Gegenstände. Die Koje der Gattin, von Kapitän Benjamin Spooner Briggs, war ungemacht. Auch sonst  alles in der Kabine deutete auf ein unerwartetes, vermutlich ungewolltes Verlassen ohne Widerstand.

 

Die Mannschaft der 'Dei Gratia' machte das Schiff wieder seeklar und traf am 13.12.1872 in Gibraltar ein. Die Untersuchungen wurden mit größter Gründlichkeit durchgeführt. Man fand viel Seltsames, aber keinerlei Beweise für irgendeinen Angriff.
Es konnten keine besonderen Schäden am Schiff festgestellt werden. Mysteriös waren lediglich zwei Einschnitte entlang des Schiffrumpfes. Wie mit einem scharfen Instrument eingeritzt, verliefen diese Rillen jeweils auf beiden Seiten des Schiffes. Sie schienen keinen natürlichen Ursprungs zu sein - also nicht wie Spuren von einer Kollision mit einem anderen Schiff oder dergleichen.
Es entstanden zahlreiche Theorien, Gerüchte und Märchen:
Die Seegerichtsverhandlung brachte auch keine Klärung. Es wurden sogar Bücher darüber geschrieben. Das wohl bekannteste Buch war das von Arthur Conan Doyle. Es diente vielen weiteren Publikationen als Vorlage. Kurioserweise wird die 'Mary Celeste' in der Katastrophenliste des 'Bermuda Dreiecks' geführt, obwohl sie das Gebiet eigentlich nie durchfahren hat.
Seit nunmehr hundert Jahren ist das Schicksal der Mary Celeste
zum Synonym für rätselhaftes Verschwinden auf den sieben Meeren geworden.
Der Zweimaster liegt heute in Hatis Golf von Gonave, auf dem Korallenriff der Rochelois-Bank begraben.
Ihre Legende lebt jedoch bis heute noch weiter.

 ~~~~~~~~~ Die  Legenden berichten: ~~~~~~~~~


Das Schiff wurde 1861 erbaut und trug ursprünglich den Namen  "Amazon".
Schnell  wurde klar, es war ein Unglücksschiff!
Zahlreiche Ereignisse  sprachen dafür:
Nach der Registrierung verstarb sein Besitzer unter unerklärlichen Umständen.
Bei der Jungfernfahrt wurde das Schiff schwer  beschädigt. Es geriet in ein Fischwehr (Eine Sperre im  fließenden Wasser; hier werden wandernde Fische aufgesammelt  und gefangen).
Dann bei der Reparatur, brach ein Feuer aus und zerstörte große Teile des Schiffes. Kaum zu Wasser kollidierte sie mit einem anderen Schiff und wurde erneut schwer beschädigt. Sechs Jahre später lief sie vor Cape Breton auf Grund und musste instand gesetzt werden. Jahre  später dann nochmals - wieder an der gleichen Stelle.


David  Reed Morehouse

 Die hohen Reparaturkosten konnten von den Eigentümern nicht mehr getragen werden, also wurde das Schiff gepfändet. Der neue Besitzer wurde der New Yorker David Reed Morehouse. Er gab ihr den Namen "Mary Celeste."
Die "Mary Celeste" blieb ein Unglücksschiff.
Im Jahre 1884 lief sie schließlich vor Haiti auf ein Korallenriff, geriet in Brand und sank. Das passierte unter so mysteriösen Umständen, dass der Eigentümer wegen Versicherungsbetrug vor Gericht gestellt wurde. Doch er wurde wieder freigesprochen.
Im August 2001 wurde ihr Wrack auf einem Riff vor Haiti entdeckt.
Das Unglücksschiff war wieder "'aufgetaucht".

 




Die Taucher auf der Spurensuche im Wrack des Mary Celeste

 

 

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Texte und Fotos: Satene (Team-GespensterWeb )
© GespensterWeb  - 2005