Die Legende vom fliegenden Holländer gehört wohl zu den berühmtesten Seegeschichten, beruhend auf mündliche Überlieferungen von Seeleuten aus der Zeit als die holländischen Schiffe noch die Weltmeere beherrschten.
Sie beginnt damit, dass 1641 ein Kapitän mit dem Namen Van der Decken
(anderen Quellen zufolge: Bernard Fokke),
von Ostindien kommend nach Amsterdam unterwegs, mit seinem Schiff während eines mächtigen Sturmes das Kap der Guten Hoffnung zu umschiffen suchte.
 

Und jetzt kommt die Stelle, wo sich die Legenden uneinig sind:
In der einen Version soll Van der Decken Gott dafür verflucht haben - wiederum in der anderen hat er in seiner Furcht zu Gott gebetet.
Wie auch immer: seine Tat scheint in beiden Fällen frevelhaft gewesen zu sein, denn trotz dass er dem Sturm entkam, wurde er dazu verdammt ewig die Weltmeere zu durchkreuzen, ohne jemals in einem Hafen anlegen zu dürfen.
In den verräucherten Hafenkneipen verbreitete sich das Gerücht, dass eine Begegnung mit diesem verdammten Schiff den eigenen unwiderruflichen Untergang bedeute.
Allein bei dem Gedanken daran lief es einem eiskalt über den Rücken.
Doch es gibt unzählige Geschichten von Seeleuten, die das schreckliche Schiff des Fliegenden Holländers gesehen haben wollen und daraufhin ihr Grab im Meer fanden. Angeblich soll auch die Titanic vor ihrem Untergang  einem rätselhaften Geisterschiff begegnet sein.


Der wohl prominenteste Augenzeugenbericht stammt vom König  Georg V., der 1881 bei einer Kreuzfahrt um die Welt höchstpersönlich  folgende Eintragung ins das Logbuch der S.M.S. Bacchante machte:

 11. Juli 1881
"Während der Mitternachtswache kreuzte der so genannte Fliegende Holländer
unseren Bug. Sie erschien zuerst als merkwürdig rotes Licht, wie von einem vollständig glühenden Schiff, in dessen Mitte Masten, Spieren und Segel, scheinbar die einer normalen Brigg, leuchteten, ungefähr 180 Meter von uns entfernt, und trat deutlich hervor als sie herankam. Unser Ausguck auf dem Vorderdeck berichtete, sie sei ganz nahe an unserem Backbordbug, wo sie auch der Wachoffizier auf der Brücke ganz deutlich sehen konnte und ebenso unser Achterdeckleutnant zur See, der sofort nach vorn zum Vorderdeck geschickt wurde, um Bericht  erstatten zu können. Aber als er dort anlangte, fanden sich weder ihre Spuren noch irgendwelche Anzeichen eines wirklichen Schiffes, weder in der Nähe noch entfernt am Horizont. Während der Vormittagswache fiel der Seemann, der heute morgen als erster von dem Phantomschiff berichtet hatte, vom Quersaling der
Vormarsstrenge und war sofort tot."

Und als hätte sich die verhängnisvolle Weissagung, die das Geisterschiff umgibt, damit noch nicht erfüllt, erlag der Kommandant der Bacchante nach der Ankunft am Hafen einer plötzlichen Krankheit.

Zuletzt wurde der fliegende Hollänger angeblich im April 1977 von zwei Fischern
am Kap der Guten Hoffnung gesichtet.


~~~~~~~~~~ Die Legenden erzählen ~~~~~~~~~

...Der Kapitän des Fliegenden Holländers hat den Zorn der  Götter erregt.
Zur Strafe muß er rastlos die Ozeane durchstreifen...

...Das Schiff kann ohne Wind segeln und sich auch im schwersten Sturm behaupten...

...Die Mannschaft ist unsichtbar oder erwacht nur nachts zu Leben...

...Die Mannschaft kann von seinem Fluch erlöst werden, aber nur  wenn sich jemand findet, der alle schweren Bedingungen erfüllen kann...

...Sollte jemand das Schiff jemals zur Gesicht bekommen, so ist er selbst für alle Ewigkeiten verflucht....

...Die Mannschaft versucht Briefe an vorbeifahrende Schiffe mitzugeben.
Diese Briefe müssen sofort an den Mast genagelt werden, sonst widerfährt dem Schiff ein Unglück!
Sie sind nämlich an längst Verstorbene gerichtet!...

 

 

 

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Texte und Fotos: Satene (Team-GespensterWeb )
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