Spukorte in Deutschland: Berlin

Spandau


D ie weisse Frau von Spandau

Angeregt durch den Entwurf des italienischen Baumeisters Chiaramella de Gandino entschied sich Kurfürst Joachim II. für den Bau einer Festungsanlage.
Seine Wahl fiel wegen der Nähe zu Berlin auf Spandau.
Der Juliusturm und der schon existierende Palas sollten in die Festung integriert werden. Für den Bau, der 1557 bis 1560 unter Joachim II. begann und durch seinen Sohn Johann-Georg zur Vollendung kam, wurden 200 Fachkräfte aus Italien herangezogen.
 

Im 15. Jahrhundert beherrschte das Raubrittertum das Land um Berlin.
So war es naheliegend, dass ein Festungsgelände wie das der Zitadelle auch als Haftanstalt für Straftäter genutzt wurde.
Außer dem Juliusturm als Gefängnis gab es auch im Torhaus, im Haus vor der Nordkurtine und in den Kasematten der Bastion Königin Räume, in denen Gefangene verwahrt wurden.
 

Die Liste der in der Zitadelle ehemaligen Einsitzenden ist lang und zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten.
Man unterschied zwischen Staatsgefangenen, Verbrechern und Militärarrestanten. Staatsgefangene durften sich frei in der Zitadelle bewegen, während die besonders schweren Kriminellen in Ketten mit daran angebrachten Kugeln gefesselt waren.
Wurden sie für Arbeiten auf der Zitadelle herangezogen, fuhren sie ihre schweren Kugeln in Schubkarren vor sich her.
 

Auch eine Frau gehörte zu den Inhaftierten.
So wurde Anna Sydow, die Geliebte von Kurfürst Joachim II. bis zu ihrem Tode hier gefangen gehalten.
Dem Sohn des Kurfürsten wurde auferlegt, sich nach dem Ableben Joachims II. weiter um die Sicherheit Sydows zu kümmern. Der aber nahm das Versprechen zu wörtlich, und ließ sie - wohl aus Eifersucht - in die Zitadelle sperren.
Aus Rache spukte sie nach ihrem Tode angeblich als "Weiße Frau" in den Preußischen Schlössern umher.

 

Spukorte: Berlin

Übersichtskarte: Deutschland

 

Texte und Berichte: Team GespensterWeb

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