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Der Fall “Chopper”
Ein erfundener Spukgeist

Ein authentischer Bericht von Dr. Elmar R. Gruber,
der diesen Fall persönlich untersucht und aufgeklärt hat.



Ein vollkommen auf Manipulationen beruhender Pseudo-Spuk beschäftigte zu Beginn des Jahres 1982 die gesamte deutsche Presse.
In der Zahnarztpraxis von Kurt Bachseitz in Neutraubling bei Regensburg drang aus den Waschbecken und Kloschüsseln immer wieder
die röchelnde gutturale Stimme eines Mannes, der sich selber "Chopper" nannte.
"Chopper" meldete sich auch via Telefon und gab sein erotisch-deftiges Werben um die siebzehnjährige
Zahnarztgehilfin Claudia Judenmann zum besten.
 


Claudia Judenmann in der Praxis von Kurt Bachseitz


Bisweilen war "Choppers" Stimme so laut, dass Patienten fluchtartig aus der Praxis stürmten und Passanten in Schrecken versetzt wurden.
Der Zahnarzt erstattete Anzeige gegen unbekannt und erwirkte von der Post Fangschaltungen und Sondereinrichtungen,
zumal der dreiste Anrufer auch direkt an seinem Apparat ankam, obwohl es sich um eine Nebenstelle handelte
und jedes Telefonat eigentlich nur über das Sekretariat weitergeleitet werden konnte.
Claudia genoss als Opfer Medienpopularität, die wildesten Gerüchte und Thesen wurden in die Welt gesetzt,
etwa von einem invaliden jungen Mann, der durch technische Wunderdinge sich über Funk in der Praxis einschaltet,
von einem Verrückten, der geheimnisvolle Schächte unter der Stadt aus dem Zweiten Weltkrieg für seine Mätzchen verwenden sollte,
schließlich von einem verliebten Spukgeist, der es nicht lassen konnte, das Objekt seiner Begierde zu verfolgen.
 


Polizeiaufgebot und Schaulustige vor dem falschen "Spukhaus"


Die Parapsychologen Hans Bender und Elmar R. Gruber vom Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie
mussten sich einen Weg durch ein Heer von Journalisten bahnen, die vor dem Haus auf der Lauer lagen.
Kurz nach ihrer Ankunft ertönte ein Begrüßungsschrei "Choppers".
Benders Mitarbeiter Gruber bereitete das Tonbandgerät für Aufnahmen vor, da war der "Geist" schon wieder
an einer anderen Stelle zu hören, aus der Richtung eines Waschbeckens, bei dem Claudia stand.
Das Phänomen schien in äußerstem Maße merkwürdig. Es gab in der parapsychologischen Literatur nichts Vergleichbares.
 


Prof. Hans Bender vor der Praxis Bachseitz



Eines der Waschbecken, aus dem "Chopper" gesprochen haben soll


Paranormale Stimmen sind äußerst selten und bei Spukfällen treten sämtliche Phänomene flüchtig auf, lassen sich nur mit Mühe erhaschen.
Hier handelte es sich um eine nahezu aufdringliche Manifestation.
Es schien als wolle sich die Stimme hören und dokumentieren lassen.
Das Geschehen gemahnte eher an eine ans Hysterische grenzende Lust zur Darstellung denn als irgendetwas Paranormales.



Prof. Hans Bender befragt Kurt Bachseitz


Da die Stimme immer aus der Umgebung Claudias kam, vermutete Elmar R. Gruber sogleich in ihr die Urheberin.
Meist meldete sich "Chopper" just in dem Augenblick, als sich die Untersucher abwandten und nicht genau beobachteten.
Sollte sie tatsächlich so geschickt die Lücken der Wahrnehmung ausnutzen?
Der Forscher tat so, als würde er sich mit dem Tonbandgerät beschäftigen und wandte sich von ihr ab.
In Wahrheit konnte er auf der verspiegelten Oberfläche des Geräts und auf den blankgeputzten Fliesen an der Wand
Claudias Widerspiegelung klar und deutlich verfolgen.
Sobald sich "Chopper" das nächste Mal meldete, war der geheimnisvolle Schleier, der den Fall umgab, endgültig gefallen:


Der (noch) ratlose Zahnarzt in seiner Praxis


Es war Claudia selbst, die den "Chopper" machte. Ihre Lippen bewegten sich deutlich, absolut synchron zu dem Gesprochenen.
Man musste nicht einmal Bauchreden als Erklärung heranziehen.
Es war nicht mehr als ein Sprechen mit verstellter Stimme.
Die Bandaufzeichnungen ergaben darüber hinaus, dass sich niemals Claudias Stimme mit jener "Choppers" überlagerte,
und das Rätsel der direkten Anrufe im Sprechzimmer des Zahnarztes löste sich auf die denkbar einfachste Weise:
Claudia, alias "Chopper", hatte aus dem Sekretariat angerufen !



“Chopper”


Mittlerweile hatte sich die Kriminalpolizei in die Ermittlungen eingeschaltet.
Das Protokoll der Entlarvung des falschen Spuks durch die Parapsychologen erreichte den ermittelnden Staatsanwalt
einen Tag bevor die Kriminalbeamten zum gleichen Ergebnis gekommen waren.




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Hinweis:
Mit freundlicher Genehmigung für GespensterWeb von Dr. Elmar R. Gruber
With courticy of Dr. Elmar R. Gruber acting for the GespensterWeb
www.ergruber.com


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