Flüche , Geister und Phänomene
Berichte und Fotos von Dr. Elmar R. Gruber



Schloss Wildenstein




Der Trommler von Tidworth


E
in eigentümlicher Spukfall ereignete sich im Jahre 1662 im englischen Tidworth.

Richter John Mompesson ließ einen gewissen William Drury festnehmen, der als Landstreicher mit seiner Trommel umherzog
und in Betrügerein verwickelt war. Der Verlust seiner Trommel, die Mompesson konfisziert hatte, war das Einzige,
worüber Drury außerordentlich traurig war. Drury wurde bald entlassen, und Mompesson musste eine kurze Reise nach London unternehmen.
Als er zurückkehrte fand er seine Frau und Kinder völlig aufgelöst vor.
Jede Nacht wurden sie von lauten Schlägen gegen die Haustüre, Klopfen in den Schränken und gegen die Fenster wach gehalten.

In den folgenden Nächten wurde es nicht besser.
Es krachte und knallte und Trommelschläge ertönten.
Dann tanzten Stühle durchs Haus, Gegenstände flogen umher und Nachttöpfe wurden in den Betten ausgeleert.
Manchmal hörten die Phänomene für einige Tage auf, um mit größerer Heftigkeit zurückzukehren.



Der "Trommler von Tidworth" (zeitgenössischer Stich)


Als König Karl II. von den Vorfällen erfuhr, sandte er eine Kommission nach Tidworth.
Ihr gehörten der berühmte Architekt Sir Christopher Wren und der Hofkaplan,
Joseph Glanvill, ein Mitglied der Royal Society an.
Am Abend seiner Ankunft konnte Glanvill im Zimmer der beiden jüngeren Töchter Mompessons schrammende Töne hören,
die hinter ihren Betten zu entstehen schienen. Da Glanvill gehört hatte, der Spukgeist würde Töne wiederholen,
kratzte er über die Leintücher. Während er die Hände der beiden Mädchen unter strenger Kontrolle hatte,
vernahm er als Antwort ein gespensterhaftes Kratzen.
In der Folge wurde Joseph Glanvill Zeuge einer ganzen Reihe klassischer Spukphänomene.

Später schrieb er darüber ein für die Geschichte der Parapsychologie klassisch gewordenes Buch:
Sadducismus Triumphatus, or, A Full and Plain Evidence Concerning Witches and Apparitions



Titelblatt von Glanvils Sadducismus Triumphatus, or,
A Full and Plain Evidence Concerning Witches and Apparitions


Als John Mompesson eines Tages die Nerven verlor und auf einen im Kamin schwebenden Holzscheit schoss, kam ihm eine Eingebung.
Er hatte die konfiszierte Trommel Drurys im Haus, um die ihn der Landstreicher so sehr angefleht hatte.
Offensichtlich hatte er Mompesson verflucht. Drury wurde wegen Hexerei vor Gericht gestellt und ins Exil verbracht.
Damit hatte der Spuk von Tidworth ein Ende.

Der Fall der „Trommlers von Tidworth“ ist in vielen Zügen außerordentlich klassisch:
Die Phänomene scheinen mit den beiden jugendlichen Töchtern in Zusammenhang zu stehen, sie ereigneten sich häufig in ihrer Nähe,
wenn sie im Bett lagen, die spukhaften Bewegungen und Geräusche entsprechen den bekannten Mustern.
Das fremde Element ist die Verbindung zu Drury, die an Hexerei glauben lässt.

Vielleicht haben sich in diesem Fall zwei Elemente verbunden, um als Katalysatoren zu dienen:
Der Vater erzählte zu Hause von dem bösen Drury, den er eingesperrt hat und dessen Trommel er siegreich in sein Haus gebracht hat.
Als er nach London fuhr, ließ er Frau und Kinder mit ihrer Angst vor der Trommel dieses gefährlichen Mannes zurück.
Vorhandene pubertäre psychische Spannungen und ein entsprechendes soziales Umfeld taten das ihre dafür,
dass der Spuk durch die beiden Fokuspersonen ausgelöst wurde.





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Hinweis:
Mit freundlicher Genehmigung für GespensterWeb von Dr. Elmar R. Gruber
With courticy of Dr. Elmar R. Gruber acting for the GespensterWeb
www.ergruber.com
Enigma CD-ROM


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