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nebelwandler nebelwandler ist männlich
Waldschrat



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Taubenheim Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Eine in der Belgarder Gegend noch oft besprochene Persönlichkeit ist der berüchtigte Taubenheim. Er wird stets als ein Erzspitzbube geschildert; weder Achtsamkeit noch Gewalt schützte vor ihm, und die sichersten und stärksten Schlösser konnten ihn nicht hindern, sich zu holen, was ihm beliebte.

Auch die Kirchengeräthschaften waren vor ihm und seinen Gesellen, deren hervorragendster ein gewisser Tech gewesen sein soll, nicht sicher. Einst waren sie auch in eine Kirche eingebrochen, und nachdem sie dieselbe geplündert hatten, stieg Tech auf den Altar und verunreinigte ihn. Zur Strafe konnte er aber nicht wieder heruntersteigen, und Taubenheim mußte ihn durch Anwendung von Zauberei befreien; doch ertheilte er ihm den Befehl, solches nicht wieder zu thun.

Einst kam Taubenheim als fein gekleideter Herr zu einem Geistlichen, der zur Bewachung seines Hauses zwei große Kettenhunde hatte. Taubenheim wurde freundlich aufgenommen. Auf seine Frage, weshalb der Pastor zwei so große Hunde halte, erzählte derselbe, daß er 300 Thaler Geld liegen habe, das sie ihm bewachen sollten. Taubenheim unterhielt den Pastor aufs Beste. Als aber alles schlief, verließ er sein Lager und eignete sich 200 Thaler an; dann setzte er die beiden Hunde auf Stühle und schrieb auf den Tisch:

Taubenheim ist hier gewesen;
Was er schreibt, können die Hunde lesen.
Zweihundert Thaler nehm ich mit,
Eins [= einhundert] laß ich hier
Für das schöne Nachtquartier.

Wenn die Polizei seiner auch habhaft wurde, so entging er ihr doch stets wieder, mochte er auch noch so schwer gefesselt sein. Man erzählt, daß er bis zum Gefängniß den Häschern ohne Widerstand folgte, sobald er aber festgesetzt werden sollte, habe er die Ketten abgeschüttelt und sei entflohen. Einst wurde er wieder festgenommen und auf den Rath eines klugen Mannes mit drei Kreuzschlössern gefesselt. Als er sich nun in der früheren Weise wieder befreien wollte, gelang ihm das nicht. Es wurden ihm mehrere Raubmorde zur Last gelegt, und er wurde hingerichtet.

(Otto Knoop: Volkssagen, Erzählungen, Aberglauben, Gebräuche und Märchen aus dem östlichen Hinterpommern (Posen 1885), S. 129-30)


Weitere sagenumwobene Räuber waren z. B. Eppelein von Gailingen, Johannes Karasek und Johannes Bückler ("Schinderhannes").
08.09.2017 22:53 nebelwandler ist offline Beiträge von nebelwandler suchen Nehmen Sie nebelwandler in Ihre Freundesliste auf
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