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Geschrieben von nebelwandler am 14.02.2020 um 19:21:

  „Bloody Mary“ und andere Anrufungen ohne Hexenbrett

Als Mutprobe oder „Gruselspiel“ bekannt ist das Anrufen der „Bloody Mary“, meistens dreimal vor dem Badezimmerspiegel bei Kerzenschein. Der Geist soll dann mit einem grässlichen Gesicht erscheinen und blutige Rache nehmen. Es gibt viele unterschiedliche Varianten. Auch kursieren etliche Theorien über den Ursprung dieser Schreckgestalt. So soll es sich zum Beispiel um eine Hexe oder Kindsmörderin namens Mary Worth (auch: Whales oder Jane) handeln. Oder um Maria I. von England.

(Wikipedia, wattpad.com)


Ebenfalls recht bekannt ist die japanische „Toire no Hanako-san“ („Hanako von der Toilette“), ein Geist in Gestalt eines jungen Mädchens, der sich angeblich in sanitären Anlagen kontaktieren lässt – vornehmlich in Schulen von Schülerinnen ähnlichen Alters.

(Wikipedia, Paranormale Erfahrung – Ich erlebte... S02 E01, ab Min. 23.00)


Die „Schwarze Johanna“ hingegen, die nach dreimaligem Rufen am Fenster eines verfallenen Hauses erscheinen soll, ist offenbar an ebenjenen, nicht näher bezeichneten Ort gebunden und wird anderswo nicht beschworen.

(Paranormale Erfahrung – Ich erlebte... S07 E02, ab Min. 9.20)



Anrufungen von Geistwesen aus den obengenannten Motiven sind meiner Meinung nach niemals ungefährlich. Es wird dadurch ein Tor geöffnet, und viele erdnahe Geister nehmen gerne die Gelegenheit wahr, wobei sie sich selbstverständlich nicht um irgendwelche Namen scheren. (Vgl. den verlinkten Erfahrungsbericht über Hanako.)

Je mehr freie irdische Bioenergie (Ektoplasma) einem Geistwesen zur Verfügung gestellt wird, desto stärker kann es sich materialisieren. Nimmt zum Beispiel ein medial begabter Mensch in einem kleinen, abgeschlossenen Badezimmer eine Beschwörung vor dem Spiegel vor, bleibt das Ektoplasma, das er dabei abgibt, in einer zusammenhängenden Wolke. Das ist für einen Geistkontakt günstig. Des Weiteren kann ein solcher Kontakt durch zusätzliche Ektoplasma-Spender wie z. B. dicke Räucherkerzen oder -stäbchen gefördert werden. Ein Spiegel oder Glasfenster erleichtert möglicherweise ebenfalls die Manifestation einer jenseitigen Entität. (Ich vermute, da bei einer Dimension weniger nur ein dünner Ektoplasma-Film erforderlich ist.)

In einem solchen Fall wäre es durchaus möglich, dass ein Geistwesen sichtbar erscheint und dem Anrufer danach auch – indem es dreidimensional aus dem Spiegel austritt und dabei auf sämtliche Ektoplasma-Ressourcen zugreift – körperlichen Schaden zuzufügen vermag.

Da die meisten Experimentatoren wohl über keine ausreichende Medialität verfügen und vermutlich auch nicht über die Bedingungen, die für einen Jenseitskontakt notwendig sind, genau Bescheid wissen, wird es in der Regel nicht zu irgendwelchen Erscheinungen kommen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass sich unbemerkt (!) Geistwesen an sie heften, ihnen depressive Gefühle verursachen oder ihren Energieaustausch mit der Umwelt stören, wodurch Missgeschicke oder Misserfolge in Beruf und Privatleben entstehen.

Meiner Meinung nach ist die Anrufung eines Geistwesens, das man sich der Legende nach als schwer leidend vorzustellen hat, eine sehr unheilsame Handlung. Denn sie geschieht aus niedrigem Beweggrund, nämlich bloßem Sensationsbedürfnis, unter Umständen sogar mit spottenden Worten („Mary Worth, ich hab dein Baby gestohlen“). Eine solche Handlung dürfte, sofern sie nicht aufrichtig bereut wird, karmische Folgen nach sich ziehen, welche womöglich erst wesentlich später eintreten. Dabei ist es unerheblich, ob ein solches Wesen je existiert hat – die Gesinnung, die einen so etwas tun lässt, ist ausschlaggebend.

Man sollte sich bewusst machen, dass leidende Geister, die sich auf Erden vielleicht schwer verstrickt haben, unseres Mitgefühls bedürfen – ein einziger liebevoller Gedanke kann schon viel bewirken.



Geschrieben von Fenrir am 07.03.2020 um 12:22:

 

Was genau meinst Du mit Ektoplasma? Ich kenne den Begriff bisher nur für undefinierbares schleimiges Zeug in irgendwelchen Horrorfilmen und auf uralten Fotos von (angeblichen) Geisterbeschörungen und dergleichen.

Übrigens würde ich persönlich auch dringend von solchen Spielereien abraten. Soweit ich weiß warnen selbst Leute/Einrichtungen davor, die nicht an Übersinnliches glauben, weil es psychische Probleme verursachen kann, wenn man Angst davor entwickelt, dass doch etwas dran sein könnte, oder sich gar in etwas hineinsteigert und z. B. glaubt, besessen zu sein.

Ich selbst habe mich jahrelang von dem Thema Geister ferngehalten, da ich feststellen musste, dass mich das in der damaligen, psychisch angeschlagenen Situation überfordert und ich nachts nicht mehr schlafen konnte. Und das wohl gemerkt ohne, dass ich glaubte, selbst betroffen zu sein. Heute geht es mir besser, aber ich würde immer noch auf keinen Fall an irgendeinem "Ritual" teilnehmen und vermeide es weiterhin, Bilder von Geistern anzuschauen, da das damals eine starke Wirkung auf mich hatte.

Letztendlich spielt es für die Auswirkungen für die Betroffenen womöglich gar keine große Rolle, ob tatsächlich eine Art "Besessenheit" vorliegt oder das ganze "nur" im eigenen Kopf stattfindet.

Wohlgemerkt will ich nicht behaupten, dass es immer zu irgendwelche Problemen kommt. Ich bin mir sicher, das unzählige Leute solche "Spiele" spielen, ohne, dass irgendwas negatives passiert. Aber ich denke, dass etwas passieren kann.



Geschrieben von nebelwandler am 06.04.2020 um 08:34:

 

Ektoplasma würde ich ungefähr gleichsetzen mit Od, Qi und Prana.


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