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Zum Ende der Seite springen Das Weingartenloch
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nebelwandler nebelwandler ist männlich
Irrlicht



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Das Weingartenloch Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Das Weingartenloch bei Osterhagen ist eine sagenumwobene Harzhöhle. Zwei Eingänge führen in ein weitverzweigtes und zum Teil tiefer liegendes Höhlensystem, das äußerst schwierig und gefahrvoll zu begehen ist. Die meisten Sagen berichten von schätzesuchenden Venetianern oder im Labyrinth Verirrten oder Verunglückten.

So erzählt Ludwig Bechstein in "Die Nixei und das Weingartenloch":

In der Höhle selbst ruhen nach der Sage die reichsten Schätze, aber es ist kein Kinderspiel, sie zu erlangen. Viele holten sich über solchem Bemühen schon den Tod: Berggeister, Bergzwerge und Bergmönche gehen allzumal darinnen um, seltsame Stimmen schallen, die Metalle reden, und den Rückweg aus dem Höhlenlabyrinth findet kaum einer wieder, oder er hat sonst ein Unglück. Es ist noch nicht fünfzig Jahre her, da kam ein Mann von Einbeck und gedachte, in der Höhle einen guten Fang zu tun. Er war mit allem wohlversehen, brachte auch Gefährten mit von Lauterburg, kroch hinein, und siehe, da hielt ihn der Gänge einer, durch den er sich hindurchzwängte, eisern fest, er konnte nicht vor, nicht rückwärts. Vergebens ward Bergmannschaft entboten, ihn herauszuhacken und herauszuschaufeln, es glückte nicht, wie beim Maurer im Brunnen zu Schilda; zuletzt flehte er inständig, ihm den Tod zu geben, denn seine Lage war trostlos und ganz entsetzlich – da ward ein äußerstes Mittel versucht, nämlich ihn mit Stricken zu umgeben und auf Tod und Leben herauszuziehen. Jawohl, auf Tod – denn als nun so recht kräftig gezogen wurde, da tat es endlich einen Ruck, und da hatten sie den Mann glücklich befreit. Schade nur, daß dabei sein Kopf abgerissen war.

In der Höhle liegt ein großer Balken über dem unterirdischen Wasser, dahinter sitzt der Teufel neben Gold- und Silberhaufen. Wollen Leute davon haben, müssen sie zu dritt kommen und losen, wer ihm verfallen soll. Zwei gehen dann frei aus und dürfen des Mammons nehmen, so viel sie tragen können. Den dritten, den das Unglückslos trifft, zerreißt der Teufel in Stücken. Zum öftern kamen ein paar Fremde, die waren Venetianer und konnten schwarze Kunst und verlockten Leute, mit ihnen in das Loch zu gehen, denen spielten sie mit List das Todes- und Teufelslos zu, so daß sie stets leer und doch schätzebeladen ausgingen. Und da beredeten sie wieder einen Mann namens Schlosser aus Osterhagen, dem boten sie vieles Gold; er war sehr arm und hatte acht Kinder, aber er fürchtete sich. Doch hatte dieser Mann eine kluge Frau, die redete ihm zu, er solle nur getrost mitgehen. Sie wolle schon dafür tun, daß er wiederkomme. Und da nähte sie ihm braunen Dost in die Jacke und hieß ihn in Gottes Namen zu gehen. Das Zauberkraut schützte ihn, das Los traf nicht ihn, wie schlau es auch die Venetianer anfingen, sondern einen von den beiden; mit reichem Gut kehrte er aus der Höhle zurück, zog nach Andreasberg und baute sich dort ein schönes Haus. Was er aber in der Höhle Schreckliches gesehen, wie der Teufel den einen Venetianer lebendig zerrissen, das hat er all sein Lebtage nicht vergessen können.


Zur Unfall-Sage schreibt Gerhard Laub in seinem Aufsatz „Zur Entstehung der Sagen vom Weingartenloch“, Heimatblätter für den südwestlichen Harzrand 49/1993, S. 63-81, hier 75:

Be[leg] 6: Ein Mann aus Einbeck gedachte im Weingartenloch großen Reichtum zu erwerben. Er hatte neben Gefährten aus Lauterberg auch vielerlei Gerät mitgebracht und kroch hinein. Da hielt ihn aber einer der Gänge, durch den er sich zwängte, fest, so daß er weder vor- noch rückwärts konnte. Vergebens versuchten seine bergmännischen Begleiter, ihn zu retten, und bei dem Versuch, ihn loszumachen, wurde ihm zuletzt der Kopf abgerissen. (Pröhle, H.: Harzsagen. Bad Harzburg 1957. Nr. 181 V.)
Der Entstehung dieser Sage liegt eine wahre Begebenheit zugrunde. Dazu findet sich im Kirchenbuch von Osterhagen diese Eintragung: „Anno 1819 – Am Sonntag nach Neujahr, am 3ten Januar war ein Mann nahmens Friedrich Ahlborn aus Obernrode Amts Moringen in die bey Osterhagen gelegene Höhle, das Weingarten Loch genant, gegangen, um Schätze zu holen, und kam in derselben zu Tode. Er war ein Ehemann, 41 Jahre alt und wurde auf dem hiesigen Kirchhof beerdigt.“

Der schon erwähnte Pastor Schläger [Anm.: Kopist eines Grundrisses vom Weingartenloch] hat 1820 Einzelheiten von diesem Unglücksfall mitgeteilt. Danach ist der Schatzsucher ungeachtet aller Warnungen allein in das Weingartenloch eingestiegen und nach Überwindung mehrerer schmaler Gänge in einer engen Spalte stecken geblieben. Aber „die Füße hatten keinen Grund und der obere Theil des Leibes saß ganz fest, daß er kein Glied bewegen konnte“. Abends versuchten Leute, die von des Schatzsuchers Vorhaben erfahren hatten, dem Eingeklemmten zu helfen, doch schlug das fehl. Herbeigerufene Bergleute konnten mit vieler Mühe nur noch die Leiche des Verunfallten bergen, die dann in Osterhagen bestattet worden ist. „Eine Wittwe und mehrere Waisen in Moringen, 4 Meilen von hier, betrauern den Tod des verblendeten Gatten und Vaters... Es wäre gewiß sehr zweckmäßig, wenn man entweder die Eingangsöffnung ganz verschüttete oder fest verschlösse, damit fernerem Unglücke weise vorgebeugt werde.“

Diesem sachlichen Bericht folgte 1840 eine Schilderung des angesehenen Heimatschriftstellers Carl Duval, aber sie ist um manche, oft aufgebauschte Angaben vermehrt, die bei Schläger fehlen. So hat nach Duval der Verunglückte drei Tage lang „in der schrecklichsten Lage“ geschmachtet, und bei der Bergung ist ihm der Kopf abgerissen worden, ein Umstand, den Schläger nicht erwähnt; dieser spricht nur von zahlreichen Knochenbrüchen, die am Leichnam entstanden sind. Wie ersichtlich (Be 6) lebt dennoch Duvals Text in dieser Sage fort. Vielleicht hat dieser Autor nur die Fassung einer mündlichen Überlieferung aufgezeichnet, weil ihm der authentische Bericht Schlägers unbekannt geblieben ist.

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20.03.2019 18:34 nebelwandler ist offline E-Mail an nebelwandler senden Beiträge von nebelwandler suchen Nehmen Sie nebelwandler in Ihre Freundesliste auf
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