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Zum Ende der Seite springen Der Teufel in Schiltach
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Gespenstischer Wind



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Der Teufel in Schiltach Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Der Teufel in Schiltach

Zu Schiltach, einem badischen Grenzstädtlein am Schwarzwald, trug sich im Jahr 1533 ein seltsamlich Ebenteuer zu mit dem bösen Erzebenteurer, dem Teufel. Im Ratswirtshaus nistete er sich ein gleich einem Kobold, führte unziemliche Reden, ohne doch sichtbar zu sein, warf Türen auf und zu, trommelte und pfiff, rasselte und prasselte, wisperte und flüsterte und machte dem Ratswirt, einem Witwer, himmelangst mit seinem Höllenspuk. Als es Tag war, sandte der Wirt nach dem Ratsbeisitzer und nach dem Pfarrer von Schenkenzell und nach dem von Schiltach, die beschwuren den unsaubern Geist, aber der tat ihnen allerhand Gröbungen an, warf ihnen Unsittlichkeiten vor und schwur, dem Schultheißen das Haus überm Kopf anzubrennen. Das ganze Städtlein lief zusammen und hörte das Teufelsgeplärre mit an, das in allerlei Gassenhauern und Schlumperliedlein bestand. Auch in der Nacht gab der Teufel keine Ruhe und keinen Frieden, er stellte sich auf das Hochhaus (den Söller) und pfiff und trommelte alle Märsche und Trommelstücklein bis an den hellen Morgen und aber den ganzen Tag und erklärte, des Wirts Magd sei seine liebste Buhle.

War sonst für ein ehrlichs Mensch erachtet worden, da hieß sie der Wirt aufpacken und aus dem Hause ziehen, und da ging die Maid zornig und mit Heulen und Schreien aus Schiltach und den Berg hinan, den Fußpfad gen Hinter-Aichhalden entlang, und man sahe droben bei ihr einen langen schwarzen Mann stehen, und darauf war es stille, der Spuk hörte auf. Die Magd war über Aichhalden und Waldmößingen nach Oberndorf gegangen, allwo ihre Heimat war. Wer war froher als der Wirt. Er dachte schon, das Häslein hätte ihn geleckt, aber nach vierzehn Tagen, am Gründonnerstag, ging im eigentlichsten Sinn der Teufel wieder los und musizierte greulich, und als viel Volk sich sammelte, auch aus Nachbarorten, schrie der Teufel, immer unsichtbar, diesem zu, es solle sich von dannen heben, denn das Nest müsse in Grund und Boden verbrennen. Und da sahe man droben auf dem Schloßberge wieder den schwarzen Mann und drei Weiber bei ihm, und plötzlich brannte des Wirts Heuboden hellerlichterloh, und das Feuer flog von Dach zu Dache wie ein Drache und zündete allenden an, und binnen einer Stunde lagen das Rathaus und des Örtchens sechsundzwanzig beste Häuser in Asche. Nach dem Brande zog man die verwiesene Maid ein, und diese mußte bekennen, daß sie des Teufels Buhle sei, daß sie auf dem Dache auf sein Geheiß einen Kessel umgekehrt und umgeschüttet, auf welches Bekenntnis sie lebendig verbrannt wurde. An das neuerbaute Rathaus aber ward ein Denkstein angebracht mit der Schrift: IV Idus Aprilis conflagravit Oppidum Diabolus MDXXXIII. ["...verbrannte die Stadt der Teufel..."].


(Ludwig Bechstein)



Des Teufels Brand

Es liegt ein Städtlein im Schweizerland mit Namen Schiltach, welches im Jahr 1533 am 10. April plötzlich in den Grund abgebrannt ist. Man sagt, daß dieser Brand folgenderweise, wie die Bürger des Orts vor der Obrigkeit zu Freiburg angezeigt, entstanden sei: Es hat sich in einem Hause oben hören lassen, als ob jemand mit linder, lispelnder Stimme einem andern zuriefe und winkete, er solle schweigen. Der Hausherr meint, es habe sich ein Dieb verborgen, geht hinauf, findet aber niemand. Darauf hat er es wiederum von einem höheren Gemach her vernommen, er geht auch dahin und vermeint den Dieb zu greifen. Wie aber niemand vorhanden ist, hört er endlich die Stimme im Schornstein. Da denkt er, es müsse ein Teufelsgespenst sein, und spricht den Seinigen, die sich fürchten, zu, sie sollten getrost und unverzagt sein, Gott werde sie beschirmen. Darauf bat er zwei Priester zu kommen, damit sie den Geist beschwüren. Als diese nun fragten, wer er sei, antwortete er: »Der Teufel.« Als sie weiterfragten, was sein Beginnen sei, antwortete er: »Ich will die Stadt in Grund verderben!« Da bedräuen sie ihn, aber der Teufel spricht: »Euere Drohworte gehen mich nichts an, einer von euch ist ein liederlicher Bube; alle beide aber seid ihr Diebe.« Bald darauf hat er ein Weib, mit welchem jener Geistliche vierzehn Jahre zusammen gelebt, hinauf in die Luft geführt, oben auf den Schornstein gesetzt, ihr einen Kessel gegeben und sie geheißen, ihn umkehren und ausschütten. Wie sie das getan, ist der ganze Flecken vom Feuer ergriffen worden und in einer Stunde abgebrannt.


(Jacob und Wilhelm Grimm)



Geschichtliche Hintergründe: www.geschichte-schiltach.de
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